2026-03-31 19:42:15
Noch vor wenigen Monaten drohte Ostkreta eine Katastrophe. Dürre, leere Stauseen und drastische Wasserknappheit in den größten Städten der Insel waren an der Tagesordnung. Heute hat sich die Lage dank günstiger Wetterbedingungen dramatisch gewandelt. Der Aposelemis-Staudamm füllt seine Stauseen langsam wieder auf, sodass die lokalen Behörden aufatmen und ihre kostspieligen Pläne überdenken können.
Wasserstand im Aposelemis-Staudamm im Oktober 2023
Es ist angesichts der aktuellen Lage kaum zu glauben, aber die Regionen Heraklion, Chersonissos und Agios Nikolaos standen bereits 2024 und 2025 kurz vor dem Aus. Mehrere Jahre Dürre, ausbleibender Schneefall in den Bergen und eine mangelhafte Infrastruktur führten dazu, dass die Wasserversorgung durch den Aposelemis-Staudamm um 40 % und zeitweise sogar um 50 % zurückging. Bewohner mehrerer Stadtteile von Heraklion hatten wochenlang kein Wasser, und die Bürgermeister riefen den Notstand aus.
Die neuesten Daten vom 31. März 2026 bringen einen lang ersehnten Durchbruch. Wasser fließt weiterhin in den Aposelemis-Stausee, dessen Füllstand sich nun 10 Millionen Kubikmetern nähert. Angesichts der maximalen Kapazität des Staudamms von 30 Millionen Kubikmetern erscheint der aktuelle Füllstand (über 30 %) zwar noch bescheiden, doch im Vergleich zu den dramatischen 640.000 Kubikmetern, die im Januar dieses Jahres verzeichnet wurden, ist der jetzige Wert eine enorme Erleichterung.
Experten schätzen, dass der Staudamm bei einem Wasserstand von 12 Millionen Kubikmetern die Bewässerung von Heraklion und den umliegenden Gemeinden für mindestens zwei, möglicherweise sogar drei Jahre sichern kann. Dies reichte aus, damit die Stadtverwaltung von Heraklion ihren Antrag auf Ausrufung des Notstands zurückzog. Obwohl dieses Verfahren nie formell abgeschlossen wurde, zeigt allein die Tatsache seiner Aufgabe, dass die unmittelbare Gefahr einer Wasserknappheit im kommenden Sommer abgewendet wurde.
Der rapide Anstieg des Wasserstands im Stausee zwang die Stadtverwaltung und die Städtische Wassergesellschaft (DHAO) (das städtische Unternehmen, das Heraklion und die Umgebung mit Wasser versorgt), ihre Rettungsstrategie zu überdenken. Der ursprüngliche Plan sah den Bau zweier Entsalzungsanlagen mit einer Kapazität von 4.000 m³ pro Tag vor. Dieses Projekt, dessen Kosten auf rund 5 Millionen Euro geschätzt wurden, sollte dringend vom Umweltministerium finanziert werden.
Jetzt, da das Reservoir mit kostenlosem „Wasser vom Himmel“ gefüllt ist, sind die Chancen auf eine ministerielle Finanzierung der Entsalzungsanlage auf nahezu null gesunken – ohne den Ausnahmezustand wären die Verfahren zu zeitaufwändig und teuer geworden.
Obwohl einige Experten weiterhin den Bau einer Entsalzungsanlage als strategische Sicherheitsmaßnahme für Heraklion im Falle weiterer Dürreperioden befürworten, tendieren die Stadtverwaltung und die DHEHAH dazu, Mittel für die Modernisierung des Transportnetzes umzuverteilen. Priorität hat dabei der Austausch der Tylisos- und Malia-Pipelines. Letzteres Projekt, das parallel zum Bau der neuen VOAK-Autobahn realisiert wird, erscheint als rationale, wenn auch weniger spektakuläre Lösung für das Problem der Verluste beim Transport wertvoller Ressourcen.
Man sollte jedoch bedenken, dass die aktuelle Verbesserung trügerisch sein kann. Die Geschichte des Aposelemis-Staudamms ist wechselhaft. 2024 wiesen Experten eindeutig darauf hin, dass das Problem struktureller Natur war und nicht nur auf Witterungsbedingungen, sondern auch auf jahrelange Vernachlässigung der Infrastruktur und zahlreiche technische Mängel zurückzuführen war. Damals waren die Versorgungsengpässe so gravierend, dass Gemüsebauern in den Regionen Ierapetra und Tympaki ihre Sommerernte aussetzen mussten, was den Import von Gemüse nach Kreta erforderlich machte.
Die derzeitigen 10 Millionen Kubikmeter Wasser im Stausee sind zweifellos ein Erfolg und verschaffen Kreta wertvolle Zeit. Es bleibt zu hoffen, dass die Behörden diese zwei Jahre des Friedens nutzen, um das Netz tatsächlich zu reparieren und das System abzudichten, anstatt nur Erfolge zu verkünden. Wie die Erfahrungen der letzten Jahre auf Kreta gezeigt haben, kann der Weg von der Ankündigung „Wir haben Wasser“ zu „Wir drehen die Hähne wieder zu“ extrem kurz sein.
Komentarze
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Z roku na rok coraz dłuższe okresy suszy i coraz gorętsze. Zaczynają się coraz wcześniej i coraz dłużej trwają. Bez większej ilości zbiorników retencyjnych kryzys niedoboru na Krecie będzie się niestety pogłębiał. Aposelemis, jezioro Bramiana i Kurna to za mało niestety. Styczniowy kryzys zaopatrzenia w wodę z zapory dość dobrze to unaocznił
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Andrzej Lenart oczywiście. Teraz los dopisał, mają dwa lata na wdrożenie sensownego planu. Ale jak spoczną na laurach to problem szybko powróci.
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