2026-01-08 19:28:04
Die Süßwasserkrise auf Kreta verschärft sich weiter. Aktuelle hydrologische Daten belegen einen dramatischen Rückgang der Niederschläge in den letzten fünf Jahren. In vielen Regionen der Insel sind die Niederschläge im Vergleich zu 2018–2021 um bis zu 50 % gesunken. Dieses Niederschlagsdefizit ist nicht nur im Vergleich zum letzten Jahrzehnt, sondern auch im Jahresvergleich auffällig.
Auf dem Lassithi-Plateau wurden beispielsweise im letzten Jahr nur 233 mm Regen gemessen (gegenüber 377 mm im Vorjahr), während in sogenannten „guten Jahren“ üblicherweise rund 720 mm fallen. Noch dramatischer ist die Lage im gebirgigen Anogia (Präfektur Rethymno), wo lediglich 204 mm Niederschlag registriert wurden, verglichen mit 391 mm im Vorjahr. An der höher gelegenen Messstation oberhalb von Anogia wurden 296 mm Regen gemessen – fast fünfmal weniger als in regenreichen Jahren, in denen die Gesamtniederschlagsmenge 1400 mm überstieg.
Die aktuelle hydrologische Lage ist das Ergebnis einer verheerenden Kombination natürlicher Faktoren und jahrelanger Vernachlässigung der Infrastruktur. Die gegenwärtige Anfälligkeit der Insel für die vorhersehbare Dürreperiode ist eine direkte Folge der mangelnden Weitsicht der Behörden, die jahrelangen hydrologischen Wohlstand verspielt haben. Anstatt wichtige Investitionen zu tätigen, als die Ressourcen den Bedarf von Einwohnern und Touristen problemlos deckten, entschieden sie sich für Untätigkeit – eine Konsequenz, die sich nun teuer zu stehen kommt. Die Situation verschärft sich von Jahr zu Jahr. Die Wasservorräte schwinden dramatisch, während der zunehmende Tourismus und extreme Temperaturen einen Rekordbedarf erzeugen, den die ausgetrockneten Quellen nicht mehr decken können.
Dies ist jedoch nicht das einzige Problem im Zusammenhang mit Wasserknappheit. Die lange Vegetationsperiode und die mehreren Ernten im Laufe des Jahres hatten Kreta bisher in der Lage zur Selbstversorgung mit Lebensmitteln befähigt. Aktuell zwingt jedoch eine erhebliche Wasserknappheit, insbesondere im Osten der Insel, die Bauern dazu, einen Teil ihrer Sommerkulturen aufzugeben. Daher ist es erstmals notwendig geworden, Gemüse in solch großem Umfang von außerhalb der Insel zu importieren.
Das eindrücklichste Beispiel für die Versorgungsprobleme ist die Situation am Aposelemis-Staudamm. Diese Investition sollte die Wasserversorgung Ostkretas sichern, doch aufgrund der zunehmenden Dürre schwinden die Reserven des Stausees. Aktuell enthält er nur noch 640.000 m³ Wasser. Das Ausmaß der Katastrophe wird dadurch verdeutlicht, dass im gesamten vergangenen Jahr lediglich 30.000 m³ Wasser in den Stausee flossen – eine Menge, die den normalen Bedarf nur für drei Tage deckt. Um die Ernsthaftigkeit der Lage zu verdeutlichen, sei daran erinnert, dass der Aposelemis-Stausee im Januar 2025 noch 2.300.000 m³ Wasser enthielt…
Die schwindenden Wasserreserven haben zu Nutzungsbeschränkungen des Stausees geführt. In den Gemeinden Heraklion, Chersonissos und Agios Nikolaos, die Wasser aus dem Aposelemi-Stausee beziehen, wurden strenge Reduzierungen eingeführt. In Heraklion sank der Durchfluss von 300 m³/h auf nur noch 180 m³/h (ein Rückgang um 40 %), während in Chersonissos die Wasserversorgung um fast die Hälfte gekürzt wurde.
Die Situation wurde durch gravierende technische Mängel am Staudamm selbst verschärft, die, zusammen mit dem Mangel an alternativen Wasserquellen, zu Wasserknappheit in Bezirken wie Karteros und Nea Alikarnassos führten. Sollten bis März keine nennenswerten Wassermengen vom Lassithi-Plateau nachfließen, wird der Aposelemis-Stausee vollständig leer sein.
Die lokalen Behörden ergreifen fieberhafte Maßnahmen, um eine Katastrophe vor Beginn der touristischen Hochsaison zu verhindern. Spezielle Grundwasseruntersuchungen werden durchgeführt, und die Netzbetreiber erhalten strenge Richtlinien für das Druckmanagement. Geplant sind unter anderem die Nutzung des Wassers des Almyros-Flusses und der Bau eines neuen Staudamms am Giofyros-Fluss. Diese Projekte benötigen jedoch Zeit, die der Insel schlichtweg fehlt.
Es wurden Appelle an Anwohner und Touristen gerichtet, den Wasserverbrauch drastisch zu reduzieren. In der aktuellen Lage bleibt nur die Hoffnung auf ein außergewöhnlich nasses Winterende und starke Schneefälle im Dikti- und Psiloritis-Gebirge – nur so kann eine drohende vollständige Wasserknappheit vorübergehend abgewendet werden.
2026-01-08 19:28:04
Komentarze
komentarz z
co możemy zrobić ?
komentarz z
Jesteśmy bezradni
komentarz z
Kasia Chrobry niestety
komentarz z
komentarz z
Jak odwiedzacie hotele na Krecie, czytajcie przy basenach info...zużywajcie w prysznicu tyle wody aby nie lała się kiedy sobie szamponujecie głowe...no i inne...Bo nam lokalsom w sezonie wyłaczają wodę na dzień lub dwa ...aby oszczędzić dla gości...
komentarz z
A jednocześnie tysiące litrów wody marnuje się każdego dnia wyciekając z pękających starych gumowych węży. Infrastruktura w dramatycznym stanie, brak reakcji gminy na informacje mieszkańców o przeciekach. Marnotrawstwo na wielką skalę
Wypełnij poniższy formularz aby dodać komentarz
lub kliknij w poniższy link aby skorzystać z możliwosci komentowania przez facebooka:
https://www.facebook.com/crete.poland/posts/1290187803155481