2025-08-06 20:47:53
Auf Kreta kam es in Gemeinden, die Trinkwasser aus dem Aposelemi-Staudamm beziehen, in diesem Jahr zu weiteren Liefereinschränkungen. Diese schwierige Situation ist auf die anhaltende Dürre, die schlechte Infrastruktur und die jüngsten schweren Schäden am Aposelemi-Staudamm zurückzuführen. Die neuen Beschränkungen gelten für fast alle Gemeinden des Aposelemi-Netzes, einschließlich der Stadt Heraklion. Neben Heraklion beziehen auch Agios Nikolaos und Hersonissos ihr Wasser aus dem Aposelemi-Staudamm. Die neuen Beschränkungen stoßen bei Einwohnern und lokalen Behörden auf heftige Reaktionen.

Der niedrige Wasserstand am Aposelemis-Staudamm ist seit vielen Jahren ein Problem (das Foto zeigt den Zustand im Jahr 2023).
Es ist erwähnenswert, dass die auf der linken Seite sichtbaren Gebäude in einer normalen Situation unterhalb des Wasserspiegels liegen sollten.
Heraklion und Chersonissos stehen buchstäblich vor einer Krise, da die Wassermenge, die sie derzeit aus dem Aposelemis-Staudamm beziehen, um bis zu die Hälfte reduziert wurde. Zudem wurden die Wasserhähne zu einem Zeitpunkt abgedreht, als beide Gemeinden die Kreta-Entwicklungsbehörde drängten, die Wasserversorgung mit allen Mitteln zu erhöhen. Zunehmender Tourismus und hohe Temperaturen treiben den Wasserbedarf in die Höhe.
Zuvor erhielt Hersonissos 130 Kubikmeter Wasser pro Stunde. Nach der Einführung von Beschränkungen wurde der Durchfluss aus dem Damm nun auf 70 Kubikmeter reduziert. In Heraklion betrug der Durchfluss zuvor 300 Kubikmeter Wasser pro Stunde. Nach der Einführung einer 40-prozentigen Beschränkung sank dieser auf 180 Kubikmeter.
In Heraklion sind vor allem die Bezirke Karteros, Nea Alikarnassos, Temenous und Episkopi von Wasserbeschränkungen betroffen. Die Bewohner dieser Gebiete haben seit mehreren Wochen Probleme mit dem Zugang zu Trinkwasser. Diese anhaltenden Einschränkungen lösen in der örtlichen Bevölkerung Empörung aus.
Vertreter der Stadt warnen, dass die Situation außer Kontrolle geraten könnte, wenn auf regionaler und staatlicher Ebene nicht dringend Maßnahmen ergriffen würden.
Der Bürgermeister von Hersonissos, Zacharias Doxastakis, äußerte sich frustriert über diese Entwicklung und betonte, die Situation sei inakzeptabel. „Wir hatten erwartet, dass die Wasserentnahme aus dem Staudamm steigen würde, aber letztendlich erreichten wir einen Punkt, an dem die Mindestentnahmemenge sank.“
Der Bürgermeister von Heraklion, Alexis Kalokairinos, gab eine klare Erklärung ab und sagte, er rechne damit, dass die Wasserversorgung wie geplant auf 420 bis 450 Kubikmeter steigen werde. „Dies ist das vierte Mal innerhalb von fünf Monaten, dass die Wasserversorgung von Aposelemis in die Gemeinde Heraklion aufgrund von Problemen eingeschränkt wurde, und wir wissen nicht einmal, wann die Wasserversorgung von Heraklion, die sich derzeit in einer kritischen Lage befindet, wiederhergestellt wird.“
Es ist unmöglich, genau vorherzusagen, wann die erhöhte Wasserversorgung wiederhergestellt wird; die Wasserversorgung der Stadt wird aus anderen Quellen sichergestellt. Gleichzeitig wurden die Einwohner dazu aufgerufen, sparsam mit Wasser umzugehen und Verschwendung zu vermeiden, insbesondere bei Aufgaben, die große Wassermengen erfordern, wie dem Waschen von Höfen, Gehwegen oder Autos. In den sozialen Medien tauchen zahlreiche Stimmen von Anwohnern auf, die eine sofortige Reaktion der Behörden fordern. In einem von ekriti.gr veröffentlichten Video bringen Einwohner von Heraklion ihre Frustration zum Ausdruck: „Das ist kein Luxus – es ist ein Grundrecht. Wir können nicht ohne Wasser leben. Müssen wir warten, bis eine Katastrophe eintritt, bevor uns jemand zuhört?“
Technische Schäden am Aposelemi-Staudamm haben die ohnehin schon angespannte Wasserversorgungssituation weiter verschärft. Die geringen Niederschläge auf Kreta in den letzten Jahren haben die in Aposelemi gespeicherten Trinkwasserreserven erheblich erschöpft. In diesem Frühjahr wurden die ersten Einschränkungen der Wasserversorgung eingeführt. Die derzeit schwierige Situation, die zu einem geringeren Wasserzufluss zum Stausee und einer eingeschränkten Verteilungskapazität führt, hat zu einer Entscheidung geführt, die an die Gemeinden verteilte Wassermenge weiter zu reduzieren.
Experten weisen darauf hin, dass das Wasserversorgungsproblem auf Kreta struktureller Natur ist und sowohl auf den Klimawandel als auch auf jahrelange Vernachlässigung der Infrastruktur zurückzuführen ist. Der Schaden am Aposelemi-Staudamm hat die mangelnde Krisenresistenz des Systems verdeutlicht. Zu den Lösungsansätzen zählen die Modernisierung des Staudamms, Investitionen in alternative Wasserquellen und eine bessere Steuerung des Wasserverbrauchs.
Die abnehmenden Wasservorräte sind jedoch nicht das einzige Problem, das durch den Mangel an ausreichenden Reserven in Rückhaltebecken verursacht wird.
Aufgrund von Wasserknappheit, insbesondere im Osten Kretas, insbesondere in den Regionen Ierapetra und Tympaki, mussten Obst- und Gemüseproduzenten ihre Sommerernte einstellen. Nur der Anbau im Gewächshaus blieb erhalten. Der daraus resultierende Produktionsrückgang führte zu einem verstärkten Import von Obst und Gemüse von außerhalb der Insel. Das am häufigsten nach Ierapetra importierte Produkt sind Tomaten. Neben der Dürre trägt auch der Mangel an Arbeitskräften zu dieser Situation bei.
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