2026-06-11 20:15:12

Einer der Parkplätze, der sich oben im Google Maps-Screenshot befindet, wandte unlautere Geschäftspraktiken an.
[Screenshot-Quelle: https://www.google.pl/maps/ ]
Vor genau einem Jahr berichteten wir über die betrügerischen Praktiken einiger Parkplatzbesitzer am berühmten Strand von Elafonissi. Man könnte meinen, dass das Problem nach dem Eingreifen der Polizei endgültig gelöst sei. Leider scheint es nun wieder aufgetreten zu sein.
Zur Erinnerung: Seitdem die Gemeinde den illegalen Parkplatz direkt am Strand aus Sorge um das Naturschutzgebiet geschlossen hat, sind Touristen gezwungen, ihre Autos auf den Parkplätzen entlang der Zufahrtsstraße abzustellen. Private Unternehmer haben die entstandene Lücke schnell gefüllt.
Es zeigte sich jedoch schnell, dass die Prinzipien des kretischen freien Marktes eigentümlich sein können. Angestellte auf den am weitesten vom Strand entfernten Parkplätzen (oft einen Kilometer oder mehr) entwickelten aggressive Methoden, um Kunden anzulocken.
In Warnwesten, die sie als offizielle Polizeibeamte ausgaben, zwangen sie Autofahrer zum Anhalten und informierten sie über eine angeblich gesperrte Straße. Gleichzeitig wiesen sie sie an, auf einem von ihnen betriebenen Parkplatz zu parken, für den sie 5 € verlangten. Nachdem sie ihre Autos abgestellt hatten, stellten die so „überführten“ Kunden nach wenigen Hundert Metern fest, dass die Straße nicht gesperrt war und dass Parkplätze näher am Strand verfügbar und zudem günstiger (3 €) waren.

Nach einer Welle von Beschwerden empörter Touristen in den sozialen Medien und auf Google Maps sowie der Veröffentlichung von Videos durch das Portal Zarpanews.gr führte die örtliche Polizei im vergangenen Jahr eine spektakuläre Razzia durch und verhaftete sowohl den Parkplatzdieb als auch den Inhaber eines solchen Lokals. Man könnte meinen, dass das Eingreifen der Staatsanwaltschaft den Enthusiasmus der Parkplatzbetrüger dämpfen würde. Weit gefehlt.
Laut Berichten des griechischen Fernsehsenders ERT blockierte am Donnerstagmorgen ein Angestellter eines abgelegenen Parkplatzes auf der Straße nach Elafonissi den Verkehr und lotste die ankommenden Autos zu seinem Grundstück. Dass dieser Mann – wie die Medien akribisch berechneten – bereits mehrfach wegen desselben Vergehens verhaftet worden war, trägt zum Rätsel bei. Diesmal entschieden sich die Beamten der Polizeistation Kissamos jedoch für ein unkonventionelles Vorgehen und verzichteten auf die Anfahrt mit einem Streifenwagen. Sie mischten sich unter die Touristen, stiegen in ein unauffälliges Auto und fuhren zu der Falle auf dem Parkplatz. Als der Schlepper ihr Fahrzeug blockierte und sein übliches Spielchen begann, zückten die Insassen Handschellen statt Geldbörsen.
Der festgenommene Wiederholungstäter wurde der Staatsanwaltschaft des Bezirksgerichts Chania übergeben. Ihm werden unerlaubte Kundenwerbung und vorsätzliche Behinderung des Straßenverkehrs vorgeworfen. Die Behörden haben außerdem ein Verfahren gegen den Firmeninhaber eingeleitet, der sich während des Einsatzes nicht am Tatort befand und derzeit von der Verkehrspolizei gesucht wird.
Wir können nur hoffen, dass die Staatsanwaltschaft von Chania diesmal härtere Strafen verhängt und der gesuchte Parkplatzbesitzer für die Organisation dieser Aktion strafrechtlich verfolgt wird. Für Kreta, das ohnehin schon mit sinkenden Touristenzahlen aufgrund der Krise zu kämpfen hat, ist ein solches Vorgehen schlichtweg kontraproduktiv.
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